| Versuchte Depression - Ein Vergehen an mir selbst Wir kennen das alle: Bereits kurz nach dem Aufstehen sind wir missmutig. Als erstes schauen wir uns im Spiegel böse an oder grummeln sogar unseren Schatz an, obwohl sie oder er gar nichts gemacht hat. Wir mäkeln darüber, dass wir nicht die richtigen Kleider finden. Der Kaffee ist zu bitter, das Brot zu hart, das Leben unfair. Und dabei muss nicht einmal Montagmorgen sein. Vielleicht haben wir schlecht geschlafen, vielleicht war der vergangene Abend zu lange und zu heftig. Es kann aber auch sein, dass der Tag ganz gut begonnen hat, sogar das Wetter gut und die Menschen um einen herum freundlich sind. Doch plötzlich beschleicht uns der Gedanke, dass dieser Tag doch noch schlecht werden könnte. Und wir tun dann alles dafür, dass dies auch passiert. Wir schubsen ohne Grund Menschen in der Strassenbahn an, sagen unseren Mitarbeitenden nicht recht guten Tag, werfen einen bösen Blick in Richtung Chef, hauen die Kaffeemaschine, nur weil gerade wieder einmal kein Wasser im Tank ist. Die Mitarbeitenden werden uns schneiden, der Boss uns vielleicht wegen einer Kleinigkeit rügen und die Kaffeemaschine irgendeine schreckliche Brühe von sich geben - oder gleich ganz streiken. Nun können wir uns einfach so weitermachen lassen - und der Tag wird ganz bestimmt Schrott! Ziel erreicht: Tag versaut! Wir können aber auch laut "STOPP!" rufen. Einen Moment innehalten und uns fragen, wieso wir wieder einmal so offensichtlich neben dem Kanu her schwimmen. Und meist werden wir keinen vernünftigen Grund dafür finden. Wir hören uns dann vielleicht trotzig sagen: "auch ich habe einmal das Recht, mich nicht gut zu fühlen!" Und dagegen gibt es auch nichts zu sagen. Völlig richtig: Jeder hat das Recht, sich selbst den Tag zu versauen. Mit welchem Ziel? weiter >>> |
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