Energie und Elektrizität Eines Abends besuchte ich ein Konzert, das auf einem Floss auf dem Fluss stattfand, der durch meine Stadt fliesst. Die Band hatte den ersten Teil des Sets gespielt und eine Pause eingelegt. Als sie nach der Pause weiterspielen wollte, hatte ein Stromausfall die gesamte Licht- und Tonanlage ausser Gefecht gesetzt. Das Technikerteam versuchte mit aller Kraft, den Fehler zu beheben aber nichts schien zu helfen. Bereits waren einige Unmutsbezeugungen aus dem Publikum am Ufer zu hören, obwohl vermutlich niemand der Beteiligten Schuld an diesem Unterbruch war. Plötzlich sah ich die Hauptstromleitung, die vom Ufer her zum Fluss führte und ich hatte eine Idee. Alles ist Energie und die Welt ist so, wie wir sie sehen. Deshalb muss der innige Wunsch von Band, Veranstalter und Publikum, dass das Konzert weitergehen kann, eine sehr starke Energie hervorbringen. Statt diese Energie nun in Wut, Ungeduld und Nervosität umzuwandeln, was in diesem moment gerade geschah, könnte man sie doch auch positiv einsetzen, dachte ich mir. Ich überlegte also, was alle Anwesenden verband. Es ist die Liebe zur Musik. Und die Liebe ist die stärkste existierende Energieform überhaupt. Ich habe mir also vorgestellt, dass alle Beteiligten an eine Art Transformator angeschlossen sind. Dieser wiederum ist mit der Hauptleitung verbunden, die Strom auf die Bühne bringt. Der Transformator musste nur noch die Energie, die aus der hunderfachen Liebe zur Musik entsteht, bündeln und sie in elektrische Energie verwandeln, die Instrumente, Licht und Mikrofone versorgt. Nach einer Weile verstummten tatsächlich die Ummutsbekundungen und die Techniker arbeiteten ruhig und konzentriert. Nach nur wenigen Minuten ging das Licht auf der Bühne wieder an und die Musiker konnten ihr Set ohne Probleme zu Ende führen. Was war passiert? Ich weiss es nicht. Ich habe mich nicht getraut, nachher den Veranstalter dazu zu befragen. Er hätte wohl eine „rationale“ Erklärung gefunden. Doch eigentlich ist es ja egal, denn der Abend endete für alle Beteiligten versöhnlich. Und das siebte Prinzip besagt, dass die Wirksamkeit das Mass der Wahrheit ist. Und so grübelte ich nicht weiter darüber nach, segnete den Einfall und dankte für die Heilung. |
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