Gutes wünschen Mein Wunsch, Gutes zu tun, wurde gestern ausgenutzt. Ein junger Mann verkaufte mir eine Arbeitslosenzeitung. Ich hatte diese Ausgabe zwar schon, kaufe aber öfters mehr als eine im Monat bei verschiedenen Verkäufern. Er sagte, es sei seine letzte für heute, nachher habe er Feierabend. Ich schaute nicht genau hin, sonst hätte ich vielleicht entdeckt, dass er keinen Verkäuferausweis trug und das Heft in einem üblen Zustand war. Er musste es irgendwo aufgelesen oder aus einem Abfallkübel gefischt haben. Aus dem Augenwinkel heraus bemerkte ich dann, dass er zu einem Kollegen und einer Kollegin zurück ging und mit ihnen lachte. Ich dachte kurz darüber nach, zurückzugehen und ihn zu stellen, vielleicht sogar die Polizei zu rufen. Beide Handlungsweisen hätten aber vermutlich eine Aggressionskette ausgelöst, die in diesem geringen Fall nicht angebracht gewesen wären. Ich war ja nicht wirklich böse, dass er mein Vertrauen missbraucht hatte. Ich war mehr traurig, dass ein Mensch die Not anderer Menschen ausnutzt, um mein Vertrauen zu erschleichen. Tut er das mit anderen Menschen, könnte dies dazu führen, dass diese bei den richtigen Verkäufern keine Zeitungen mehr kaufen. Deshalb beschloss ich, die Situation zu heilen. Ich verzieh ihm seine Handlung und wünschte ihm, dass er mit dem Geld nur etwas Gutes tun kann, denn dafür war es ja von mir aus gedacht. Ich wünschte ihm sogar, dass er aus dieser guten Handlung lernen möge, dass Gutes tun sich mehr lohnt und dass sich das dadurch Ku besser fühlt. Zudem wünschte ich den anderen Verkäuferinnen und Verkäufern der Arbeitslosenzeitung einen noch besseren Umsatz. Mein Ku fühlte sich nach dieser Handlung noch besser als zuvor. Ich öffnete meine Reisetasche, die ich in der nichtalltäglichen Welt mit mir trage und schrieb diese Erfahrung in dem auf dem Berg erhaltenen Reisebuch nieder. Thank you teacher, lesson learned.
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