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"Ich erkenne, dass du bist"

Eine der wichtigsten Aufgaben der schamanisch Tätigen ist, sich um andere Menschen zu kümmern. Kümmern heisst unter anderem: sich beschäftigen mit ihnen. Gerade im städtischen Umfeld oder in Agglomerationen grassiert die Einsamkeit. Obwohl sehr viele Menschen beisammen sind, obwohl sich viele Seelen täglich begegnen, sind sehr viele Menschen dort alleine - oder fühlen sich mindestens einsam. Dies ist nicht ausserordentlich.

In einer Dorfgemeinschaft ist jeder in seiner Weise einzigartig. Da gibt es die Pöstlerin und den Metzger, die Lehrerin und den Pfarrer, den Spengler und die Dorfladenbesitzerin. Alle Funktionen sind in der Regel nur von einer oder wenigen Personen besetzt. Jeder kennt jeden, jeder nimmt jeden zur Kenntnis.
Je grösser jedoch das Umfeld, je mehr Menschen auf einem Fleck wohnen, desto mehr Funktionen sind zu besetzen, viele mehrfach bis vielfach. Auch die Funktionen des Säufers, der Arbeitslosen und des Sozialhilfeempfängers. Von allen gibt es viele. Und wo es von etwas sehr viel hat, sinkt die Aufmerksamkeit, die jede einzelne Einheit bekommt.

Wir Menschen aber brauchen Aufmerksamkeit, wir können nicht sehr gut in einer Umgebung existieren, in der uns niemand bemerkt. Je nach Art des Menschen versuchen wir entweder krampfhaft, Aufmerksamkeit zu erreichen oder aber wir ziehen uns immer mehr in uns zurück.
Erstere werden beispielsweise kriminell oder begehen mindestens kleinere Delikte wie Vandalenakte oder Ladendiebstähle. Das andere extrem sind jene, die sich vor Einsamkeit das Leben nehmen oder mindestens in ihrer Wohnung völlig verwahrlosen.

Bei vielen von uns sind die Ausprägungen der Einsamkeit nicht so stark, da wir ein gewisses Mass an Aufmerksamkeit geniessen, sei dies im Job, im Verein oder in der Familie. Wenn wir uns aber auf die Strasse begeben, dann kennt uns kaum einer. Und noch schlimmer: keiner will etwas mit einem zu tun haben



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