Was ist ein Schamane/
eine Schamanin?


Was hat ein Schamane/
eine Schamanin in unserer modernen Welt zu suchen?

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Die vier Welten des Schamanen

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*Huna-FAQ* - Antworten auf häufig gestellte Fragen

Schamanismus (Huna) und "moderne" Religionen


Huna-FAQ (Frequently Asked Questions)

Viele dieser Fragen werden auf der Huna-Seite detailliert beantwortet. Da ich aber immer wieder damit konfrontiert werde, habe ich versucht, einige noch einmal (möglichst kurz) zu beantworten.

1. Muss ich spirituell engagiert/religiös/gläubig sein, um schamanisch tätig zu werden?
2. Ist es eher ein Hinderungsgrund, wenn man einer bestimmten Religion angehört?
3. Ist Schamanismus Gotteslästerung?
4. Sind heutige schamanisch Tätige im Grunde nur Wirrköpfe?
5. Passt Schamanismus überhaupt in unsere moderne Welt?
6. Wieso sprichst du mehr von "schamanisch Tätigen" als von "Schamanen"?
7. Viele schamanisch Tätige haben eine tragische Vergangenheit, sprechen von einem traumatischen Erlebnis, dass sie zum Schamanentum gebracht hat. Sind das vielleicht nicht doch nur Ablenkungsmanöver für Psychofälle?
8. Sind Schamanen gefährliche Zauberer?
9. Ist das nicht ohnehin alles Scharlatanerie?
10. Sind heutige Schamanen nicht einfach Egozentriker, vollständig in ihrem eigenen Weltbild gefangen?
11. Die modernen "Schamanen" sprechen immer davon, dass die Praktiken einem zu mehr Gesundheit, Glück, Beziehungen und Geld verhelfen können. Ist das nicht purer Egoismus?
12. Was unterscheidet Huna von anderen Schamanen-Philosophien?
13. Wieso empfiehlst du Huna über andere Philosophien?


ANTWORTEN:

1. Muss ich spirituell engagiert/religiös/gläubig sein, um schamanisch tätig zu werden?

A: Ehrlich gesagt, weiss ich nicht, ob man es muss.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass man ohne eine gewisse Glaubensbasis, ohne dass man akzeptiert, dass es eine Form von Schöpfungskraft gibt, wirklich schamanisch wirken kann.

Denn der/die schamanisch Tätige versteht sich nicht als Heiler, sondern als Werkzeug, als Kanal durch den Heilung geschehen kann.

Nur wer soll das Werkzeug führen, was soll durch diesen Kanal fliessen, wenn es keine Schöpfungskraft gibt?


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2. Ist es eher ein Hinderungsgrund, wenn man einer bestimmten Religion angehört?

A: Nein.
Es gibt einen Punkt indem sich alle Philosophien und Religionen einig sind: Dass es eine allumfassende, vorurteilsfreie und bedingungslose Liebe gibt.
Und durch Liebe geschieht Heilung.
Jede Religion kennt Heiler/Heilerinnen, nicht alle nennen sie Schamaninnen/Schamanen. Das spielt keine Rolle.

Für mich persönlich sind die "modernen" Weltreligionen allerdings allesamt zu patriarchalisch ausgerichtet und damit ähnlich unzureichend wie ganz frühe matriarchalische Religionsformen.

Ich sage es oft so: Ohne die Sonne kann auf der Erde kein Leben gedeihen, auf der Sonne selbst kann aber auch kein Leben entstehen.
Die beiden bedingen einander, keiner steht über dem anderen. Und so ist es auch mit dem Männlichen und dem Weiblichen.
Das Wertvolle an allen Religions- und Glaubensformen ist jedoch, dass ihre wichtigsten Schriften und Botschaften das alte Wissen in sich tragen und weiterverbreiten. Man muss es darin nur finden wollen.
Deshalb ist in meinen Augen jeder Glaube letztlich fruchtbarer als kein Glaube.


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3. Ist Schamanismus Gotteslästerung?

A: Ein deutliches Nein. Denn der schamanisch Tätige geht nicht herum und behauptet, Leute zu heilen. Er wird um Hilfe gebeten, den Kontakt herzustellen zur Schöpfungskraft. Das geschieht vielleicht durch Worte, vielleicht durch Hinweise, Bilder, Berührungen. Der Hilfesuchende muss diese Kraft aber danach selbst für sich nutzen.

Oder ist es Gotteslästerung, wenn ein Christ einem anderen die Hand auf den Arm legt und sagt: "Jesus liebt dich!" Und sich der Angesprochene dann von der göttlichen Kraft erfasst und damit besser fühlt? Im Grunde ist bereits das – nach meinem Verständnis – eine Form heilerischer oder eben "schamanischer" Tätigkeit.


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4. Sind heutige schamanisch Tätige im Grunde nur Wirrköpfe?

A:
Zugegeben, man muss schon einen an der Waffel haben, wenn man sich getraut, sich in einer sich immer mehr individualisierenden Gesellschaft um Gemeinschaft und Einheit zu bemühen. Und wenn man in einer anpasserischen Umgebung sich erlaubt, Dinge für möglich zu halten, die die grosse Mehrheit für absurd hält. Aber sind wir heute nicht alle ein wenig schräg? ;-)


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5. Passt Schamanismus überhaupt in unsere moderne Welt?

A: Ja.
Denn viele Leiden in der heutigen Gesellschaft sind deshalb vorhanden, weil die Menschen die Verbindung zu ihrer Geschichte verloren haben. Damit ist die gesamte "Vergangenheit" der Menschen bis in die frühste Menschenzeit gemeint – und nicht das, was man in der Schule gemeinhin unter "Geschichte" (Daten und Fakten) versteht.
Es gab immer wieder Zeiten, wo herrschende Klassen oder Religionen den Menschen verboten haben, die alten Geschichten zu erzählen. Die Geschichten aus der Zeit als die Menschen noch keinen Unterschied zwischen der hiesigen und der jenseitigen Welt machten. Dadurch ging viel damals offen verfügbares Wissen verloren.

Viele der Geschichten blieben trotzdem in den Grossfamilien und Dorfgemeinschaften erhalten. Es gab immer Menschen – oft die Grossmütter – die in der Lage waren, die alten Geheimnisse und Traditionen am Leben zu erhalten, sie gleichzeitig aber in die damals moderne Zeit zu übertragen.
Lange Zeit – vor allem im vergangenen Jahrhundert - verbrachten die Menschen nur noch wenig Zeit mit Geschichten erzählen und noch weniger mit zuhören. Dadurch verschwanden noch mehr altes Wissen und Fähigkeiten.

Die modernen Schamanen tun aber genau das. Sie hören zu, informieren sich, stöbern in alten Quellen und versuchen, uralte Rezepte und Traditionen auf die moderne Zeit zu übertragen. Und sind nicht überrascht, dass sie damit viel Gutes tun können.
Sie sind bereit, die Geschichten wieder zu erzählen. Und sind nicht überrascht, dass sie immer mehr Leute finden, die bereit sind, zuzuhören.


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6: Wieso sprichst du mehr von "schamanisch Tätigen" als von "Schamanen"?

A: Weil es in der heutigen Zeit den Beruf des "Schamanen" eigentlich kaum mehr gibt (und bei uns unter diesem begriff auch nie gegeben hat).
Ja, richtig gehört: "Schamane" war eine Berufsbezeichnung wie "Schmied".
In unseren Breiten waren es zwar in den vergangenen Jahrhunderten weniger die Männer, die diesem Beruf nachgingen, sondern die Frauen. Man nannte sie oft "Kräuterfrauen". Ihre leidvolle Geschichte seit der Inquisition ist leider zur Genüge bekannt. Noch früher nannte man sie hier "Druiden".
Ein "Schamane" hat sich – und das war auf der ganzen Welt so – eigentlich nie selbst dazu erklärt. Er wurde von seiner Dorfgemeinschaft aufgrund seiner Fähigkeiten auserkoren und dies, weil er diese Fähigkeiten in jahrelangem Studium von einem Meister erlernt hat.
Da die heutige Gesellschaft hier keine Schamanen mehr ernennt, gibt es also den Beruf eigentlich nicht mehr.
Wer das alte Wissen studiert und sich gemäss den alten Traditionen betätigt, sollte deshalb eigentlich nicht "Schamane", sondern "schamanisch Tätiger" genannt werden. Für mich ist das eine "technische" Unterscheidung.
Wenn du so jemanden Schamane/Schamanin nennst, wird er oder sie sich sicher freuen.
Aber er/sie sollte (bescheiden genug sein und) sich davor hüten, sich selbst so zu nennen. :-)


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7: Viele schamanisch Tätige haben eine tragische Vergangenheit, sprechen von einem traumatischen Erlebnis, dass sie zum Schamanentum gebracht hat. Sind das vielleicht nicht doch nur Ablenkungsmanöver für Psychofälle?

A: Eine Theorie ist, dass viele erst dadurch in die Krise geraten sind, weil sie sich zu fest dagegen gewehrt haben, Dinge anders zu sehen als alle anderen. Sie wollten einfach nicht mehr "anders" sein und das Streben dagegen machte sie krank. Bis sie zu einem Punkt kamen, wo es gar nicht mehr anders ging, als entweder zu "erkennen" oder sich umzubringen.
Anderen wiederum wurde durch ein traumatisches oder gar ein Nahtod-Erlebnis erst ein Tor geöffnet, durch das sie sehen konnten, dass es noch eine andere Ebene zwischen Leben und Tod gibt.
Dritte wiederum entdecken die Verbindung auch so und lassen sich konkret schulen oder werden von Kind an darauf vorbereitet. Aber auch sie müssen irgendwann eine heftige Wandlung über sich ergehen lassen. Man nennt das auch "Initiation".


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8: Sind Schamanen gefährliche Zauberer?

A: Nein. Im Prinzip haben sie nicht mehr "übernatürlichen Kräfte" als jeder andere Mensch.

Die Skepsis gegenüber den Fähigkeiten heilerisch tätiger Menschen ist meist auf Unkenntnis oder schlicht Ignoranz gefusst.
Vielleicht hat man früher gemeint, die Schamanen würden gewisse Mächte beherrschen und für sich nutzen können, weil man einfach nicht verstand, was sie taten. Damals wurde die Kunst nur vom Meister an seinen Schüler weitergegeben. Aber zu gewissen Zeiten glaubte man auch, (um das Beispiel wieder zu verwenden) der Schmied sei mit dem Teufel im Bunde, weil er das gefährliche Feuer "beherrschen" und für seine Arbeit nutzen konnte...
Heute sind fast alle so genannten "Geheimnisse" gut dokumentiert. Es gibt hunderte guter Bücher und alte Quellen über die Reisen in die so genannte "nicht-alltägliche Wirklichkeit". Und es gibt Orte auf der Welt – bei so genannten Primärkulturen oder "Ureinwohnern", wo diese Traditionen sogar noch gepflegt werden. Wer sich einliest und umhört, weiss welche "Kräfte" im Spiel sind, auch wenn er selbst (noch) keinen Zugang zu diesen Kräften dazu hat.
Natürlich gab es zu jeder Zeit und gibt es auch heute kriminelle Elemente, die sich willensschwache Menschen aussuchen, um mit ihnen ihre Spielchen zu spielen. Diese können sich aber jederzeit an einen schamanisch Tätigen wenden, der ihnen beibringen kann, ihren Willen zu stärken – oder sie an jemanden weiterverweisen wird, der das kann.


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9: Ist das nicht ohnehin alles Scharlatanerie?

A: Frag jene, die sich mit der Unterstützung einer/eines schamanisch Tätigen aus einer Krise/Verletzung/Krankheit gelöst haben und sie werden es verneinen.
Frag jene, denen nicht geholfen werden konnte und sie werden es möglicherweise bejahen.
Eine Garantie gibt es bei schamanischer Tätigkeit nie. Die Wirkungen sind mit heutigen Methoden und Geräten schlecht bis kaum messbar. Gewisse Auswirkungen zeigen sich oft erst durch veränderte Handlungsweisen – manchmal Monate nach einem Behandlungszyklus.
Oft hängt es auch von der Möglichkeit des Hilfesuchenden ab, die Hilfestellung wirklich anzunehmen und für sich nutzbar zu machen (zur Erinnerung: Es ist nicht der Schamane, der heilt!)
Wie in jeder Branche gibt es auch bei den heilerisch Tätigen Spitzbuben und regelrechte Schurken. Man erkennt sie in der Regeln daran, dass Sie einem
- Angst einjagen wollen
- und/oder sehr hohe Preise für dubiose Leistungen verlangen
- und/oder die Kosten für Behandlungen nicht transparent machen (und am Ende eine hohe Rechnung stellen)
- und/oder persönliche Heilungsversprechen abgeben
- und/oder versuchen eine PatientIn langfristig an sich zu binden
- und/oder sittenwidrige oder illegale Praktiken vorschlagen oder versuchen.


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10: Sind heutige Schamanen nicht einfach Egozentriker, vollständig in ihrem eigenen Weltbild gefangen?

A: Kommt darauf an, wie man diese Frage verstehen will. :-)
So gehen die alten Hawaiianer tatsächlich davon aus, dass alles was in uns und um uns herum geschieht, seinen Ursprung in unseren Gedanken und Worten hat. Wir kreieren uns mit jedem Atemzug unsere eigene Wirklichkeit.
Da dies aber alle Wesen im Universum tun könnte man sich da ziemlich in den Weg kommen, würde man das wörtlich verstehen. ;-)
Gemeint ist damit vielmehr, dass nicht Situationen unser Leben bestimmen, sondern unsere Reaktionen auf diese Situationen. Die Entscheidung, ob ich durch eine Tür gehe, durch die ich noch nie gegangen bin oder einfach daran vorbeispaziere, verändert meine "alltägliche Wirklichkeit" genauso wie meine Reaktion auf eine Bemerkung einer anderen Person; lächle ich, haue ich der Person eine runter oder höre ich gar nicht zu...?


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11: Die modernen "Schamanen" sprechen immer davon, dass die Praktiken einem zu mehr Gesundheit, Glück, Beziehungen und Geld verhelfen können. Ist das nicht purer Egoismus?

A: Wenn man es aus egoistischer Sicht anschaut, ist das sicher so.
Doch kein Schamane kann die ganze Welt auf einmal heilen. Die schamanisch Tätigen verbringen zwar viel Zeit damit, der Natur zu helfen, für Frieden auf der Erde zu arbeiten Katastrophen zu vermeiden oder wenigstens zu mildern.
Die beste Methode aber, die Welt zu heilen, ist, jeden einzelnen Menschen dazu zu bringen mitzumachen.
Damit die Menschen aber erkennen, dass dieses Verhalten nützlich sein kann, ist es eben am einfachsten, ihnen zuerst zu zeigen, was es ihnen selbst bringen kann. Erst wenn du überzeugt bist, dass es dir oder einem deiner nächsten helfen kann, kann ich dich dazu bringen, es für andere anzuwenden.


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12: Was unterscheidet Huna von anderen Schamanen-Philosophien?

A: Die Herkunft und damit die Tradition, die unterliegende Sprache und damit die Begrifflichkeit, die Lebensbasis (Inseln vulkanischen Ursprungs mit eigener Flora und Fauna) und damit einzelne Praktiken. Nicht aber die Ziele und Stossrichtungen.


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13: Wieso empfiehlst du Huna über andere Philosophien?

A: Das tue ich nicht und würde ich auch nie tun.
Ich schätze Heilerinnen und Heiler, deren Heilungsbasis der Glaube an Jesus Christus ist, die den Core-Schamanismus nach Harner pflegen, die die Tradition der sibirischen Tuva hierher brachten, die bei nord- oder südamerikanischen oder afrikanischen Medizinmännern und -frauen lernen oder versuchen unsere eigene keltisch/germanische Herkunft wiederzufinden. Und diese Liste ist ganz sicher nicht abschliessend.
Obwohl ich mich in viele dieser Geschichten hineingehört habe, konnte ich mich darin nicht komplett wiederfinden.
Ich fühle mich in dieser Sichtweise, Huna, aufgehoben und erzähle hier meine Geschichte.
Wer sich ebenfalls darin findet, dem sei hier ein wenig Anleitung gegeben. Sonst soll er oder sie einen eigenen Weg finden.
Was ich aber mit Nachdruck empfehle, ist DASS du dich auf den Weg machst, wenn du das Gefühl hast, es genüge nicht, nur die hiesige Welt zu kennen.
Oder dass du wenigstens offen bist, dir die Geschichten anderer Menschen anzuhören, ohne sie gleich als Hirngespinste abzutun.


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