| Genau zuhören Alles lebt und alles spricht mit uns. Davon gehe ich aus. Nur spricht nicht alles so mit uns, wie wir es uns gewohnt sind. Also müssen wir unsere Augen öffnen, die Ohren spitzen und auch sonst alle Sinne auf Empfang stellen. Plötzlich beginnen wir zu verstehen. Gerade Pflanzen haben eine ganz feine Form von Kommunikation. Sie verstehen uns gut, aber wir müssen uns schon etwas mehr Mühe geben, Sie zu verstehen. Ich habe bereits einmal über das Fest der Bäume geschrieben, wenn sie nach langer Zeit wieder einmal Regen zu spüren bekommen. Heute möchte ich von einer etwas leiseren Debatte berichten. Auf meinem Balkon habe ich unter anderem einen Jasmin und einen Oleander stehen. Beide standen recht nahe beieinander auf der einen Seite des Balkons. Und beide mochten nicht so recht wachsen und gedeihen. Ich spürte schon, dass da eine gewisse Spannung war, achtete aber nicht so sehr darauf. Ich stellte den Dünger um, goss in anderen Mengen zu anderen Zeiten. Half nichts, bei beiden nicht. Bis ich eines Tages beschloss, genauer hinzuhören. Ich fragte die beiden ganz einfach, was denn mit ihnen los sei. Und sie zeigten es mir. Die beiden konnten sich nicht riechen. Ich war mir ja immer bewusst, dass Pflanzen eine eigene Persönlichkeit haben. Dass sie sich aber - wie Nachbarn das manchmal tun - bekämpfen würden, das war mir neu. Diese beiden standen einander im Weg. In der Natur wären sie wohl nie nebeneinander gewachsen, hier hatten sie keine Alternative, denn ich hatte sie einfach nebeneinander gestellt. Zudem bedeutete mir der Oleander, dass der Standort auf der rechten Seite des Balkons nahe der Wand ohnehin besser sei für ihn. Also packte ich den Kübel und trug den Oleander auf die gegenüberliegende Seite. Schon am nächsten Tag strahlten die beiden um die Wette und nach einigen Wochen waren beide prächtig gediehen. "Wie aber "hört" man Pflanzen sprechen? Das lässt sich so einfach nicht sagen. Bei einigen Menschen antworten die Pflanzen im Traum, oder geben Bilder in den Kopf des Fragenden, lassen es über die Aura spüren. Bei mir ist es mehr eine Art "Stimme", die aber ohne Ton auskommt. Mein Gehirn übersetzt die "Sprache" in für mich verständliche Worte. Und wie weiss ich, dass ich mir das nicht nur einbilde? Nun, die beiden Pflanzen haben es mir ja gezeigt. Beide entwickelten kurz nach der Intervention stärkere Blätter, schönere Blüten und wuchsen schneller. <<< nach oben |
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