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Der Reinigungskanal
Wenn dir eine Person gegenübersitzt, die sehr viel zu erzählen hat, dann spürst du förmlich, dass sie bis zum Rand hin "angefüllt" ist. Und vielleicht sagt sie sogar etwas wie: "Ich möchte das alles einmal bei jemandem abladen können." Wenn du anbieten möchtest, der Person einen Teil dieser Last abzunehmen, kannst du das Gespräch subtil zu jenem Thema lenken, wo du den grossen Druck spürst. Wenn du nahe genug dran bist, wirst du eine Situation spüren, die sich in etwa so anfühlt, wie sich ein Topf anfühlen muss, in dem Milch kurz vor dem Überkochen ist. Du musst den Topf nur noch antippen und die Milch läuft sofort über den Rand. Doch bevor du das tust, denke daran, dass dein Gegenüber von "abladen" gesprochen hat. Du hast dich also sozusagen als Deponie - respektive Durchgangsstation - des "Mülls" angeboten, den die andere Person loswerden will/muss. Das Resultat wäre also, dass du - mindestens einen Teil - des "Mülls" nachher auf deinen Schultern trägst. Während du dich also auf den Weg zu dem "Topf" im Kopf des Gegenübers machst, solltest du darauf achten, dass du lediglich als Kanal funktionierst. Oder als "Förderband", das den Gefühls-"Müll" des Gegenübers in die Recycling-Anlage des Universums transportiert. Also sagst du dir selbst (deinem Körper): "Diese Gedanken und Gefühle, die gleich über mich hereinbrechen werden, sind nicht meine. Sie sollen nicht bei mir bleiben. Ich bin nur der Kanal, der sie zum Recyling befördert, damit mein Gegenüber entlastet werden kann. So ist es und so soll es sein." Danach stellst du dir vor, dass sich an deinem Scheitel ein Ansaugstutzen öffnet und gleichzeitig an deinen Füssen (die fest vor dir auf dem Boden stehen sollten) ein Ablaufrohr aufgeht. Dazwischen stellst du dir ein Rohr mit dicken Wänden vor, durch die nichts, von dem was durchfliesst, in dich vordringen kann. Jetzt bist du bereit und kannst den "Topf antippen." Du wirst spüren, dass grosse Mengen der angestauten, verbrauchten Energie durch deinen Körper rasen, bei dir aber nicht hängen bleiben. Wenn das Gegenüber sein "Herz ausgeschüttet" hat, solltest du ihm oder ihr danken, dass er oder sie sich dir anvertraut hat. Du solltest noch einmal einen tiefen Atemzug nehmen und diesen (wie eine "Nachspülung") von oben nach unten durch den Körper leiten. Danach solltest du die imaginierten Ventile oben und unten wieder schliessen. Ebenfalls solltest du der Person (und auch dir selbst) zu verstehen geben, dass sich jetzt jemand anders um die Sorgenlast kümmert. (Es ist immer wichtig, dass eine Aktion/ein Ritual mit einer sauberen, starken Geste eröffnet UND abgeschlossen wird!)
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