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Dem Tier Raum geben <<< 1 2 3 >>>
Die Wesenheit wird dann den angebotenen Kanal nutzen, um sich auszudrücken. Wir dürfen dabei auf keinen Fall versuchen, Kontrolle über die Vorgänge zu ergreifen. Dies wäre ein Vertrauensbruch gegenüber unserem Helferwesen. Das Vertrauen, das wir ihr in diesem Moment entgegenbringen, wird die Wesenheit nämlich nie missbrauchen. Es wird nie etwas tun, mit dem du nicht umgehen kannst - es wird dich nie missbrauchen.
Einen fest gesteckten Zeitrahmen für solche Begegnungen gibt es übrigens nicht, denn Zeit ist in der schamanischen Welt bekanntlich nicht linear, ja eigentlich nur eine Annahme. Genauso wie sich ein Nachttraum, der dir stundenlang vorkommt, in wissenschaftlich gemessener "Wirklichkeit", innerhalb dem Bruchteil einer Sekunde "abspielen" kann, so kann auch eine solche Begegnung manchmal nach einer Sekunde bereits wieder vorbei sein. Wenn
wir die Trommel gewählt haben, wird das deine Nachbarn freuen. ;-) Manchmal wird sie eine halbe Stunde oder mehrere Stunden dauern. Aber sie ist immer zeitlich begrenzt und sie wird immer nur so lang sein, wie wir und - um nochmal das Trommelbeispiel aufzugreifen - unsere Umgebung es aushalten.
Nach dem Abschluss wird das Wesen wieder verschwinden. Es wird uns vollständig verlassen. Wir müssen uns also nicht vor einer länger dauerenden „Bessenheit“ fürchten. Die einzigen Spuren, die es hinterlässt, sind unsere Erinnerung an den Besuch, Dinge, die wir daraus gelernt haben - und hoffentlich deine tief empfundene Dankbarkeit dafür, für die Wesenheit auch einmal da gewesen sein zu dürfen.
Das betone ich gerne noch einmal: Wenn wir uns der Wesenheit als Kanal angeboten haben und es hat die Möglichkeit tatsächlich wahrgenommen, dann ist es an UNS dafür dankbar zu sein. Ein kleines Dankgebet ist nach Abschluss der Zeremonie also durchaus angebracht.
Und noch etwas: Die Resultate der Begegnung sind nicht zur Weitergabe oder zur eigenen Verwendung bestimmt. Hat das Wesen durch uns Bilder gemalt, Texte geschrieben oder Musikstücke komponiert, dann gehören diese nicht uns und sind nach einer solchen Begegnung entweder sicher aufzubewahren oder - noch besser - rituell zu vernichten.
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